UB-Logo Online MagazinUntergrund-Blättle

Pamphlet gegen ein aufdringliches „Narrativ“: „Wir müssen uns verteidigen!“

8959

„Wir müssen uns verteidigen!“ Pamphlet gegen ein aufdringliches „Narrativ“

users-677583-70

Gesellschaft

Was ist denn in Gefahr? Demokratie, Freiheit, Werte, Sicherheit. Alles mit dem besitzanzeigenden Pronomen „unsere“ versehen und 24/7 zu lesen und zu hören. D.h. sollte ein „Feind“ kommen und die Herrschaft in Deutschland übernehmen, lässt der uns keine Auswahl beim Regierungspersonal.

Rüstungsmesse Eurosatory in Paris, Juni 2024.
Mehr Artikel
Mehr Artikel
Bild vergrössern

Rüstungsmesse Eurosatory in Paris, Juni 2024. Foto: Meumeu03 (CC-BY 4.0 cropped)

Datum 26. März 2025
9
0
Lesezeit2 min.
DruckenDrucken
KorrekturKorrektur
Vielleicht verordnet der uns, wo wir wohnen und arbeiten müssen. Ausserdem sollten wir besser das Maul halten, wenn wir nicht einverstanden sind mit dessen Politik. Am Ende dürfen wir nicht mal denken, was wir wollen (?). Und „Sicherheit“ gibt's schon gar nicht, weil eben die andere Herrschaft herrscht. Das soll es sein?

Verteidigen heisst …

… auf Kommando Leute aus dem Land dieses Feindes gezielt, mit allen erdenklichen Waffen und Waffensystemen möglichst wirksam zu töten, anstatt sie an der Grenze (z.B. mit weisser Flagge) zu empfangen und sich dabei zu denken, sollen die halt mal regieren oder von mir aus „herrschen“.

Hmm. Ist das gut durchdacht und abgewogen? Lieber Tod und Verderben in Kauf nehmen, als von fremden Herrschaften regiert zu werden, auch wenn ich die nicht gewählt habe, auch wenn die mir dann einige lieb gewonnene Erlaubnisse meiner gerade gewählten Herrschaft durchstreichen? Es soll mir einleuchten, stattdessen sei es besser, zu töten und zu sterben?

Wer sagt das?

Bei aller Dringlichkeit, mit der „unsere“ Politiker und Medien das obige Narrativ verbreiten, es ist nicht etwa mit einem Fragezeichen versehen! Es ist ein Kommando und die Herrschaften, die darüber entscheiden, haben alle Gewalt in Händen, es durchzusetzen, wann und wie sie das für nötig erklären. Deren Freiheit und deren Sicherheit, über ihr Volk zu verfügen, sind nämlich tatsächlich in Gefahr. Deswegen soll eben dieses Volk, also wir, mit allen Konsequenzen dafür geradestehen.

Was bedeutet das?

Du und ich, also Hans und Franz haben weder irgendwelche Gründe, noch hätten wir überhaupt die Möglichkeit, einen Krieg anzufangen.

Gleiches gilt für Hans und Franz oder wie sie heissen mögen in anderen Ländern.

Staaten, bzw. deren Regierungen rufen Kriege aus, Hans und Franz dürfen sie dann ausfechten.

Staaten, bzw. deren Regierungen haben zwar keine guten, aber doch mächtige Gründe, Kriege auszurufen.

Bei ihnen geht es nämlich um die Freiheit, unumschränkt und überall auf der Welt über ihre Untertanen und über alles andere verfügen zu können, was sie für ihr Wachstum brauchen.

Dabei geraten sie immer mal wieder an Ihresgleichen, die dasselbe mit ihren Unterlingen tun.

Deshalb gibt es keinen Frieden, der ohne Krieg auskommt.

Es ist höchste Zeit!

jorgo