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Karlsruhe: Sophienstrasse mit Hochbeet autofrei gemacht

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Erdbeeren und Tomaten: Widerstands-Kollektiv Karlsruhe stellt sich vor mit spektakulärer Verkehrsberuhigung Karlsruhe: Sophienstrasse mit Hochbeet autofrei gemacht

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Politik

Am frühen Dienstagmorgen hat eine Gruppe des Widerstands-Kollektivs die Karlsruher Sophienstrasse autofrei gemacht.

Aktion in der Sophienstrasse in Karlsruhe am 1. April 2025.
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Aktion in der Sophienstrasse in Karlsruhe am 1. April 2025.

Datum 1. April 2025
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Dazu montierten sie Schilder ab und stellten ein Hochbeet mit Erdbeeren, Tomaten und weiteren Pflanzen auf der Fahrbahn ab, sodass die Strasse nur noch von Fahrrädern befahren werden kann. Bei der betreffenden Strasse handelt es sich um eine Fahrradstrasse, durch die normalerweise auch Autos fahren dürfen.

"Wenn eine Fahrradstrasse auch von Autos befahren wird, gefährden diese die Radfahrenden ganz erheblich. Es wird Zeit, dass es damit in Karlsruhe ein Ende hat. Das ist ein kleiner erster Schritt auf dem Weg zu einer echten Verkehrswende." erklärt Julius Hamich, Student an der Hochschule Karlsruhe, die Aktion, an der er beteiligt war. Tatsächlich fühlen sich Radfahrende dann am sichersten, wenn sie getrennt vom Autoverkehr fahren können, wie das beispielsweise neuerdings der Fall ist in der Karlsruher Sophienstrasse, dank der Aktion des Widerstands-Kollektivs [1].

Die Sophienstrasse ist Teil einer wichtigen Fahrradverbindung durch die Karlsruher Weststadt und bereits seit mehreren Jahren Fahrradstrasse. Obwohl sich viele zivilgesellschaftliche Akteure dafür aussprechen, dass die Sophienstrasse autofrei wird [2], und entsprechende Planungen bereits existieren [3], wurden diese abgesehen von einem kurzzeitigen "Reallabor" bislang nicht umgesetzt. [4]

Entsprechende Begeisterung löst die selbstgemachte Verkehrsberuhigung bei den Radfahrenden aus. Sie kommen nur sicherer, schneller und ruhiger aus dem Karlsruher Westen in die Innenstadt.

Das Widerstands-Kollektiv tritt mit dieser Aktion in Karlsruhe erstmalig in Erscheinung. Elena Krüger, gelernte Elektrotechnikerin und Teil des neuen Widerstands-Kollektivs Karlsruhe, erklärt die Aktionsformen der neuen Bewegung: "Dass viele Fahrradstrassen immer noch von Autos befahren werden dürfen, können wir uns gesellschaftlich nicht mehr leisten. Deswegen haben wir das in die Hand genommen. Mit Erdbeeren, Tomaten und Blumen wird die Strasse bunter und lebendiger. Wenn die Stadt es nicht macht, dann machen wir es halt selber." Weitere Aktionen zur direkten Verbesserung in Karlsruhe sind bereits in Planung.

pm