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Tesla blau: AfD-blaue Farbe an Tesla Store in Berlin

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Internationales A22-Netzwerk protestiert in mehreren Ländern Tesla blau: AfD-blaue Farbe an Tesla Store in Berlin

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Politik

Angehörige der Neuen Generation haben am Montagvormittag den Tesla Store im Berliner Bezirk Reinickendorf in Afd-Blau eingefärbt.

Protest vor dem Tesla Store im Berliner Bezirk Reinickendorf, 31. März 2025.
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Protest vor dem Tesla Store im Berliner Bezirk Reinickendorf, 31. März 2025. Foto: zVg

Datum 31. März 2025
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Grund sind die zerstörerische politische Einflussnahme des Tesla-CEOs Elon Musk in den USA und seine Unterstützung der rechtsradikalen AfD in Deutschland.

Zwei Unterstützerinnen der Neuen Generation haben am Montag gegen 11 Uhr das Berliner Tesla-Geschäft in der Roedernallee grossflächig mit blauer Farbe besprüht. Anschliessend spannten sie orange Regenschirme auf, das Symbol der Neuen Generation. Zum Sprühen nutzten sie präparierte Feuerlöscher. Die Fassade des Stores und der Boden vor dem Eingangsbereich sind nun blau markiert. Die Farbwahl ist eine Anspielung auf Elon Musks faschistische Einstellung und seine Wahlkampfhilfe für die AfD. Die beiden Frauen hielten Plakate u.a. mit der Aufschrift: „Aufgrund von Faschismus bis auf weiteres geschlossen. #neuegeneration #teslatakedown.“

Vor dem Store erklärte Judith Beadle (44) ihren heutigen Protest: „Elon Musk ist der reichste Mensch des Planeten und unterstützt den Vormarsch der extremen Rechten weltweit. Er steht wie kein Zweiter für die unheilige Allianz aus Rechten und Reichen. Nicht nur in den USA, auch in Europa pflegt er die Nähe zu Rechtsradikalen: zu Giorgia Meloni in Italien, Nigel Farage in Grossbritannien und Alice Weidel hier in Deutschland. Doch wir wissen: Wo Superreiche und rechte Parteien gemeinsame Sache machen, geht es immer auch gegen die Mehrheit der Menschen.“

Beadle bezog sich insbesondere auf Musks Unterstützung von Parteien, die für eine Deregulierung der Wirtschaft und eine Zerstörung der Demokratie stehen. Der cyberlibertäre Tech-Oligarch folgt dabei keinen Prinzipien ausser dem eigenen Vorteil. Der US-amerikanische Autor Douglas Rushkoff sagte kürzlich, für Musk seien die Erde und die Menschheit nur der Treibstoff, um von unserem Planeten zu fliehen, zu dessen Unbewohnbarkeit er selbst beitrüge.

Abschliessend lud Beadle alle Bürger*innen zur Teilnahme am Parlament der Menschen ein: „Deshalb wollen wir ab Ende Mai das erste Parlament der Menschen auf die Bundestagswiese stellen und danach mit einer Widerstandswelle vom 2. bis 7. Juni in Berlin zeigen, dass unsere Gesellschaft kein Spielzeug für Reiche und Rechte ist. Der Moment ist da. Lasst uns zeigen, dass Widerstand wirkt!“

Der Protest ist ein Gemeinschaftsprojekt des A22-Netzwerks, einer internationalen Gemeinschaft von Klimagerechtigkeitsbewegungen, die in vielen Ländern friedlichen zivilen Widerstand leistet. Die Neue Generation ist Teil dieses Netzwerks. Ähnliche Farbproteste gegen den Elektroautohersteller werden heute in Kanada, Schweden und Neuseeland durchgeführt.

Die heutigen Proteste finden im Rahmen der globalen Anti-Tesla-Welle statt. Ihren Ursprung haben sie in der US-amerikanischen Bewegung Tesla Takedown. Die Neue Generation hatte bereits am Samstag in Tesla-Geschäften unter anderem in München, Duisburg und Berlin demonstriert. Erste Folgen der globalen Protestwelle: Die Tesla-Aktie verliert enorm an Wert, Musks Reichtum sinkt um Milliarden US-Dollar.

Protestbeteiligte Emma Dorow (28) in Berlin-Reinickendorf: „Wir erleben gerade einen Epochenbruch: Ein Milliardär, der seinen Reichtum und seine Macht nutzt, um Politik zu seinem Vorteil durchzusetzen – zum Nachteil von uns allen –, das ist Oligarchie. Aber wir werden nicht tatenlos zusehen. Nicht nur die Rechten sind weltweit vernetzt, auch wir sind es. Es gibt einen internationalen Widerstand gegen die Allianz der Rechten und Reichen, Hunderte friedliche Proteste finden gegen Tesla statt. Hilf auch du mit, unsere Demokratie zu verteidigen!“
Protest vor dem Tesla Store im Berliner Bezirk Reinickendorf, 31. März 2025.

pm